Méthode

Die Methode von Guy Postiaux gründet sich auf neue therapeutische Konzepte, die durch die notwendigen wissenschaftlichen Beweise untermauert sind.

 

PRINZIPIEN

Guy Postiaux hat gezeigt, dass:

  • die Bronchialsekretionen gegen die Schwerkraft mobilisiert werden, nicht mit der Schwerkraft, wie allgemein angenommen. Damit verliert die Lagerungsdrainage ihren Sinn.
  • langsames Ausatmen vor allem auf die Bronchiolen eine befreiende Wirkung ausübt (Clearance) und dem beschleunigten Ausatmen vorzuziehen ist, das im Anschluss an das langsame Ausatmen auszuführen ist
  • langsames Einatmen vor allem auf das Lungengewebe eine befreiende Wirkung ausübt.
  • die Obstruktion der extrathorakalen Atemwege mechanisch behandelt werden muss und neue Techniken in der Pädiatrie erforderlich macht

Aufbauend auf diesen Prinzipien konnten neue physiotherapeutische Techniken gegen die bronchopulmonale Obstruktion bereitgestellt werden:

 

NEUE TECHNIKEN DER PHYSIOTHERAPIE

Guy Postiaux

  • ist der Erfinder von ELTGOL und EDIC, neuen Techniken der Bronchialhygiene für Erwachsene und ältere Kinder, sowie von ELPr, PTE und Pval für den Säugling.
  • hat die ersten Schritte zur Validierung der Physiotherapeutischen Atemtherapie beim Kleinkind beigetragen, besonders für Bronchiolitis beim Säugling.
  • hat eine klinische und spezifische physiotherapeutische Untersuchungsmethode der bronchopulmonalen Obstruktion des Kindes aufgestellt: die spezifische physiotherapeutische Untersuchung der bronchopulmonalen Obstruktion.
  • hat bewiesen, dass die Auskultation dem Physiotherapeuten direkte objektive Erkenntnisse vermittelt.
  • hat gezeigt, dass Lagerungsdrainage und Clapping als überflüssige und wenig wirksame Techniken anzusehen sind.
  • ist zusammen mit Dr. E. Lens der Erfinder einer automatischen Messmethode für Atempfeifen, Schlafapnoe und Schnarchen (ELENS-DSA Respiratory Sounds Analyser®).
  • hat zusammen mit Dr. Emile Lens eine Aktualisierung der französischen und lateinischen Nomenklatur der Lungenauskultation vorgeschlagen.
  • hat einen neuen Behandlungsansatz für die Erkrankungen der tiefen Lunge, besonders der Pneumonie, vorgeschlagen.
  • hat einen neuen Behandlungsansatz für die Obstruktion der extrathorakalen Atemwege des Säuglings mit Hilfe der DRR + I vorgeschlagen.

(Zur Bedeutung der Abkürzungen für die Technikbezeichnungen siehe unter: Die Techniken)

 

INDIKATIONEN DER METHODE

Indikationen für die Techniken sind ausgehend von der spezifischen physiotherapeutischen Untersuchung alle reversiblen obstruktiven und restriktiven Erkrankungen der Atemwege.

Beispiele:

  • Bronchiolitis des Säuglings
  • Bronchitis
  • Bronchitis mit Pfeifgeräuschen
  • Mukoviszidose
  • Kartagener-Syndrom - Immobilität der Zilien
  • Rhinitis, Sinusitis
  • Pneumonien
  • COPD (Chronic Obstrucive Pulmonary Disease)
  • Bronchiektasen
  • Asthma

ZULASSUNG

Die Methode bildet inzwischen einen Teil des offiziellen Lehrprogramms der Physiotherapie der Fachschulen und Universitäten in Belgien und in anderen Ländern. Sie ist in mehreren Ländern offiziell zugelassen und wird öffentlich unterstützt. Die Indikation für die genannten Techniken beruht auf einer speziellen physiotherapeutischen Untersuchung der bronchopulmonalen Obstruktion, die nachstehend beschrieben wird.

 

PHYSIOTHERAPIE ALS ERSTE MASSNAHME

In den letzten Jahren häuften sich, besonders wegen des Auftretens zahlreicher bakterieller Resistenzen, die Alarmmeldungen hinsichtlich einer missbräuchlichen Verschreibungspraxis von Antibiotika in den Arztpraxen und Krankenhäusern. Wir weisen darauf hin, dass die Physiotherapie in vielen Fällen eine Alternative zum Gebrauch von Medikamenten darstellen kann.

Die Jury der französischsprachigen Konsensus-Konferenz zur Bronchiolitis hat Mut und intellektuelle (wissenschaftlich fundierte) Redlichkeit bewiesen, indem sie die Wirkung der medikamentösen Therapie gegenüber der Physiotherapeutischen Atemtherapie relativiert hat. Aus diesem Grund plädieren wir weiterhin für eine "Physiotherapie als erste Maßnahme" bei akuten Atemwegserkrankungen des Kleinkindes.

Unter vorrangiger Berücksichtigung der therapeutischen Wirksamkeit und der Einfachheit der Technik stützt sich unser therapeutischer Ansatz auf die folgenden Prinzipien:

  • die Forderung eines wissenschaftlichen Modelles und Beweises
  • eine interdisziplinäre Forschung
  • das Bemühen um Objektivität und Quantifizierung