Bücher

Guy Postiaux ist Autor folgender Bücher:

  • "Kinésithérapie respiratoire et auscultation pulmonaire", erschienen bei Deboeck-Université in Brüssel und bei Editions Universitaires in Paris (Dez. 1990-vergriffen).
  • "La kinésithérapie respiratoire de l'enfant", erschienen bei Deboeck-Université in Brüssel. 3. Auflage, April 2003. Mit Lungenauskultations-CD.
  • "Fisioterapia respiratoria en el nino". Ed Mc Graw Hill Interamerica, Madrid, 1999. Mit Lungenauskultations-CD.
  • "Fisioterapia Respiratoria Em Pediatria" éd. Artmed Editora. Porto Alegre, Brazil.2003.
  • Mitautor von: "Dysphagie, Evaluation et Rééducation des Troubles de la Déglutition", erschienen bei Deboeck-Université in Brüssel. Ausgabe 2002 mit CD-ROM.

Welche Ziele verfolgt dieses Buch?

"Das Buch hat eine doppelte Funktion, die einer Abhandlung und die eines praktischen Handbuches. Wie können diese beiden Konzepte in einem einzigen Werk vereinbart werden?

Gegenstand der Abhandlung ist es, den Stand der Forschung mit Techniken der Physiotherapeutischen Atemtherapie in Beziehung zu setzen sowie diese mit wissenschaftlichen Argumenten zu untermauern und damit ihre Indikationen, Kontraindikationen, potenziellen und erwiesenen Wirkungen zu rechtfertigen. Es handelt sich um eine Art Katalog, und jeder Katalog setzt eine Klassifizierung voraus. Die übliche nosologische Klassifizierung der Techniken der Physiotherapeutischen Atemtherapie erscheint uns unbefriedigend. Sie weist strukturelle pädagogische Mängel auf und missachtet meist die spezifische Semiologie und Physiologie, welche dem Praktiker bei seiner Arbeit als Leitlinien dienen müssen.

Mit der Realisation des Handbuches, das für die Praxis gedacht ist, konnten wir eine alternative Klassifizierung der Techniken der Physiotherapeutischen Atemtherapie vorstellen. Diese Klassifizierung bildet das Rückgrat des vorliegenden Werkes, dessen Titel zugleich Schlüssel seines grundlegenden Themas ist: Es handelt sich um die Beschreibung von Techniken der Physiotherapeutischen Atemtherapie, die nur unter Führung durch die Auskultation durchführbar sind.

Das bedeutet, dass die klinische Beobachtung als solche unvollständig ist, wenn sich die therapeutischen Überlegungen nicht auf die ventilatorische Mechanik stützen. Letzten Endes war es die Verbindung der stethoskopischen Untersuchung mit der ventilatorischen Mechanik, die es ermöglichte, ausgehend von einem "Etagenkonzept" der bronchopulmonalen Obstruktion zu einer anatomischen und funktionellen Klassifizierung der Techniken der Atemtherapie zu gelangen und so die Abhandlung und das praktische Handbuch zu vereinen.

Die hier vorgeschlagene Klassifizierung der Atemtherapietechniken beruht auf den vier einzig möglichen Atemweisen, die der Mensch anwenden kann: Einatmen oder Ausatmen, schnell oder langsam. Anders ausgedrückt handelt es sich darum, mit dem Ziel der Befreiung der Atemwege langsam und schnell ein- oder auszuatmen, je nach Ätiologie der vorliegenden bronchopulmonalen Obstruktion. Diese vier Gruppen von Techniken bilden das wesentliche Rüstzeug, die sogenannten Haupttechniken der Bronchialhygiene, die eine direkte Wirkung auf die Clearance ausüben. Alle anderen methodologischen Mittel dienen lediglich zur Unterstützung: Lagerungen, instrumentelle Hilfsmittel, Vibrationen, ... indirekt sicherlich nützlich für die therapeutische Wirkung, aber gewiss weniger wirksam als die erstgenannten.

Der Zweck des Handbuches besteht im Wesentlichen darin, zu lernen, zu beobachten, jedoch vor allem, zu auskultieren, um eine sinnvolle technische Wahl in Abhängigkeit von dem Alter des kleinen Patienten treffen zu können und später die durchgeführte Arbeit zu bewerten. Diese drei Therapiestufen haben bereits die Prüfung durch notwendige und hinreichende Objektivierung bestanden. Das Buch ist die Frucht einer großen Zahl klinischer Beobachtungen, vor allem mit dem Stethoskop, die durch eine Fourieranalyse objektiviert wurden.

Die Verhältnis Arzt – Physiotherapeut ist jedoch klar abgegrenzt. Auch wenn es uns im Vorwort notwendig erschien, die Verwendung des Stethoskops durch den Physiotherapeuten in den Augen des Mediziners zu rechtfertigen, muss daran erinnert werden, dass es nicht Aufgabe des Therapeuten ist, eine Diagnostik zu betreiben, die in der Benennung der Erkrankung besteht, sondern ein präzises physikoakustisches Signal zu gewinnen, an dem die Wahl der speziellen physiotherapeutischen Technik orientiert und die Wirkung der Therapie kontrolliert werden kann. Bei dieser Vorgehensweise ist übrigens die auf Rezepten basierende Physiotherapie ausgeschlossen, die eine Falle einfacher technischer Handbücher darstellt. Der Vorzug der hier vorgestellten Physiotherapie liegt zweifellos in ihrer semiologischen Grundlage: in der spezifischen physiotherapeutischen Untersuchung der Atemwege, nicht in der Nosologie. Der spezifische, individuelle Charakter jeder Erkrankung entzieht sich aller Systematisierung. Diese hat vor allem didaktische Zwecke.

Unser erklärtes Ziel ist, dass dieses Buch zur Anerkennung eines Fachgebiets beitragen möge, das de facto bereits als eine Spezialisierung der Physiotherapie angesehen werden muss: die Physiotherapeutische Atemtherapie des Kindes. Diese faszinierende Disziplin erfordert nicht nur umfangreiche Kenntnisse, sie verlangt auch ein Know-how, das der junge Therapeut nur in engem Kontakt mit seinem Lehrer erwerben kann, da sie nicht ohne potenzielle Risiken ist, besonders bei den ganz kleinen Patienten. Außerdem kann die Auskultation nur in der Praxis unter qualifizierter Anleitung erlernt werden."

 

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1. Umweltbedingungen, die ein frühzeitiges Zurückgreifen auf die Physiotherapeutische Atemtherapie erfordern

  1. Epidémiologie
  2. Physiopathologie
  3. Obstruktion und Hyperinflation stellen die Folgen und die gemeinsamen Kennzeichen der kindlichen Atemwegserkrankungen dar

 

Kapitel 2. Obstruktion und Hyperinflation

  1. Mechanismen der Obstruktion und Hyperinflation
  2. Instrumentelle Untersuchung der Obstruktion und der Hyperinflation
  3. Klinische Untersuchung der Ostruktion und der Hyperinflation
  4. Die klinische Untersuchung garantiert im Verbund mit Sicherheitsmaßnahmen eine zielgerichtete und wirksame Physiotherapeutische Atemtherapie

 

Kapitel 3. Die Lungenauskultation in der Pädiatrie

  1. Einführung
  2. Grundlagen der Akustik: Vibrationsphänomene und akustische Parameter
  3. Methodologie der akustischen Analyse
  4. Physioakustik in der Anwendung auf die Lungenauskultation
  5. Systematische Lungenauskultation in der Pädiatrie
  6. Praxis der Auskultation
  7. Bezeichnungsweise der Atemgeräusche
  8. Einige beispielhafte Geräuschpassagen

Kapitel 4. Entscheidungsbaum und Physiotherapeutische Untersuchung der Atemwege

  1. Allgemeine Vorgehensweise bei der Analyse und Entscheidungsfindung in der Physiotherapie
  2. Physiotherapeutische Definition des obstruktiven Atemproblems
  3. Der physiotherapeutische Entscheidungsbaum
  4. Die Physiotherapeutische Atemtherapie als Ausgleich von Abwehrschwächen der Atemwege

Kapitel 5. Allgemeine Prinzipien der Physiotherapeutischen Atemtherapie

  1. Buts de la kinésithérapie respiratoire en pédiatrie
  2. Controverses à propos d'une kinésithérapie conventionnelle
  3. Bases mécaniques: la kinésithérapie respiratoire utilise la modification du signal d'entrée du système respiratoire
  4. 2 ans et 8-12 ans: deux périodes de transition importantes

 

Kapitel 6. Die Haupttechniken der physiotherapeutischen Bronchopulmonalhygiene in der Pädiatrie (manuelle, nicht-instrumentelle Techniken)

  1. Die Techniken der langsamen Ausatmung zur Befreiung der mittleren Atemwege – ELPr, PTE, DA, ELTGOL
  2. Die Techniken der beschleunigten Ausatmung zur Befreiung der proximalen Atemwege – TEF, TD, TP
  3. Die Techniken der langsamen Einatmung zur Befreiung der peripheren Atemwege – SI, EDIC
  4. Die Techniken der beschleunigten Einatmung zur Befreiung der extrathorikalen Atemwege – DRR, DN, TE, GPR
  5. Synthese: Klassifizierung der Techniken der Bronchialhygiene nach Wirkort und als Funktion des Alters

Kapitel 7. Die Komplementärtechniken der Bronchopulmonalhygiene

  1. Positionierungstechnik: die Lagerungsdrainage – DP
  2. Die Atmung mit positivem expiratorischem Druck – ELP, VD, PEP-mask®, TheraPEP®, Flutter-VRP1®, Ausatemflaschen…
  3. Vibrationen, Weinen und physikalische Übungen

Kapitel 8. Die Physiotherapeutische Atemtherapie in der Neonatologie

  1. Die Neonatalmedizin: Ein bemerkenswerter Fortschritt durch verbesserte Reanimation und die therapeutischen Eigenschaften des Lungensurfactants
  2. Die Physiotherapeutische Atemtherapie in der Neonatologie: eine spezielle Anwendung der allgemeinen Prinzipien
  3. Die physiotherapeutische Methodologie in der Neonatologie
  4. Die Verbindung von Vibrationen, Druck, Husten und Saugen

 

Kapitel 9. Mittel zur Kontrolle der Physiotherapeutischen Atemtherapie

  1. Relative Wichtigkeit der Lungenauskultation, Pulsoximetrie und der notwendigen und hinreichenden klinischen Zeichen für die Objektivierung der Physiotherapeutischen Atemtherapie
  2. Kontraindikationen, Anzeichen eines Notfalls und Sicherheitsmaßnahmen bei der Physiotherapeutischen Atemtherapie in der Pädiatrie

 

ANMERKUNGEN

Das Werk enthält zahlreiche Anmerkungen zur Physiologie, Physiopathologie, Semiologie und zur Technik:

Anmerkungen zur Pathologie
  • Asthma beim Säugling
  • Bronchiolitis
  • Das Kartagener-Syndrom
  • Auswirkungen auf die Atemwege bei gastroösophagealem Reflux
  • Die Bronchialsekretion bei Mukoviszidose
  • Die Atelektase
  • Erkrankungen der Lunge
  • Asynchrone Atmung
  • Das Mittellappensyndrom
  • Bronchiektasen
  • Das akute Atemnotsyndrom des Neugeborenen – SDR
  • Die Hyalin-Membran-Krankheit – MMH
  • Die bronchopulmonale Dysplasie – DBP
  • Das Syndrom des plötzlichen Kindstods
  • Akute Mittelohrentzündung
  • Die kindliche Nasalobstruktion
  • Keuchhusten
  • Die chronische Ateminsuffizienz des Kindes

 

Anmerkungen zur Physiologie

  • Der mukoziliäre Transport
  • Die kollaterale Ventilation
  • Ventilatorische Kennzeichen des lateralen Dekubitus im Zusammenhang mit der Lungenentwicklung
  • Mechanismen des Hustens
  • Ursprung der regionalen Unterschiede in Ventilation und Perfusion
  • Der Nasen-Rachen-Raum
  • Der Kehlkopf
  • Das Lungensurfactant
  • Aufbau des Gasaustausches nach der Geburt
  • Der Sauerstofftransport im Blut
  • Das Alveolarvolumen

Anmerkungen zur Semiologie

  • Der pädiatrische Stridor
  • Rhinorrhoe
  • Der Schmerz in der Pädiatrie

 

Anmerkungen zur Technik

  • Die Aerosoltherapie
  • Die Lungentransplantation
  • Physiotherapie und Antibiotika